Radierung

ist einer der üblichen Begriffe, die eine ganze Menge von Techniken meinen können...

Die grobe Erklärung für Kurzbesucher:

eine Platte wird durch chemische oder mechanische Einwirkung in ihrer Oberfläche verletzt. Die dadurch entstandenen Vertiefungen werden mit einer dicken öligen Farbe gefüllt, die dann anschließend auf feuchtem Papier gedruckt wird.

Wenn Sie es genauer wissen wollen: Radierung

Wenn Sie wissen wollen, wie ich persönlich vorgegangen bin:

mich interessierten immer die unterschiedlichen Ausprägungen der verschiedenen technischen Bearbeitungen. Ich liebe die Prägung im Papier genauso wie die Strichätzung, Aquatinta usw... So habe ich mit Vergnügen die Techniken gemischt.
Als ich in Paris dann meine Arbeiten im Rahmen weiterer ausgestellter Radierungen sah, gab es keine vergleichbaren Arbeiten. Durch meine Vorgehensweise und meine Bildgestaltung heben sich die Arbeiten in einer archaischen Kraft gegen die üblicherweise eher feingliedrigeren Gestaltungen in diesem künstlerischen Metier ab.

Die Kupferplatten und die ersten mechanischen Bearbeitungsmaßnahmen...

Das Werkzeug:
Sandpapier - Fadenzähler - Wiegeeisen - grobe und feine Radiernadeln - Schaber - Glättstahl - Feilen - Laubsäge.

die vorbereiteten Platten wurden mit einem geeigneten Lack abgedeckt, in den hineingeritzt wurde...
dann kamen die Platten ins Ätzbad.

Nachdem der ganze Lack wieder abgewischt war, wurde Colophonium aufgestäubt und angeschmolzen.
Dort, wo die Colophoniumpunkte auf der Platte kleben, kann die Ätzlösung nicht angreifen.

Die hellsten Bereiche werden im Ätzvorgang als erste mit Lack bedeckt,
je später abgedeckt wird, desto tiefer wird geätzt und desto dunkler / intensiver kommt die Farbe im Druck.

 

Der Druckvorgang:
Die Platten werden komplett mit Farbe eingeschmiert und nachher wieder an der Oberfläche freigewischt, so daß die Farbe nur in den Vertiefungen zurückbleibt. Dieser Vorgang wiederholt sich bei JEDEM Druck. Jede Farbe hat traditioneller Weise ihre eigene Druckplatte...

Ich druckte mit mehreren Farben von einer Platte - das gab mir die Gelegenheit im Druck selbst nochmals eine deutlich unterschiedlichere Charakteristik zu geben - fast eine Monotypie.

Die Platte auf dem Druckschlitten, das angefeuchtete Papier darauf, den guten Filz darüber, zwischen den Walzen hindurch, das Papier wieder abheben -
erst jetzt weiß man, ob der Druck gelungen ist!!!

Die Herzen blieben immer am Papier hängen - ich machte mir einen klebenden Fingerling, um dieses winzige Element möglichst unverwischt abzuheben.